Gleichstellung statt Ausgrenzung

Niemand soll aufgrund von Herkunft, Alter, Religion, Geschlecht, Lebensform, sexueller Orientierung, körperlichen und geistigen Einschränkungen diskriminiert und ausgegrenzt werden. Ich setzte mich ein für eine Gesellschaft, in der alle ihren Platz haben und das Zusammenleben mitgestalten können. Sozialpolitik soll nicht mehr auf die traditionelle Familie ausgerichtet sein, sondern die Vielfalt der Lebenslagen und das Gleichstellungsgebot berücksichtigen. Wir brauchen einen starken Schutz vor Diskriminierung.

Gleichberechtigung der Geschlechter

Im Glass Ceiling Index, den der britische «Economist» herausgibt, kommt die Schweiz fast an letzter Stelle, was den Umgang mit weiblichen Arbeitskräften angeht. In Ungarn, Portugal, Griechenland oder Neuseeland zu arbeiten, ist für Frauen angenehmer. Auch bei anderen Vergleichsstudien, etwa dem Global Gap Index vom Weltwirtschaftsforum, konkurriert die Schweiz mit Bolivien, Barbados und Südafrika um die mittleren Ränge. Die Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern muss endlich durchgesetzt werden. Dazu braucht es unter anderem verbindliche Lohnanalysen und -kontrollen. Es soll eine Elternzeit von 28 Wochen eingeführt werden, wovon mindestens acht Wochen vom Vater bezogen werden sollen. Teilzeitstellen für Männer und Jobsharing, insbesondere in den Führungspositionen, sollen gefördert werden. Gleichstellung ist kein Frauenthema, sondern geht uns alle etwas an.

Gleiche Chancen für alle

Die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen soll gestärkt werden. Bildungsinstitutionen, Arbeitsmarkt, öffentlicher Raum, Mobilitätsangebote und Sozialversicherungen müssen so weiterentwickelt werden, dass ein möglichst selbstbestimmtes Leben geführt werden kann. Die Ehe soll vollumfänglich für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet werden und diese sollten auch im Adoptionsverfahren gleichgestellt werden. Zudem sollen geschlechtszuordnende Operationen ohne medizinische Notwendigkeit bei intersexuellen Kindern verboten werden.

Bildung

Forschungen zeigen, dass mittlerweile weltweit Menschen, über alle Altersklassen hinweg, der Demokratie misstrauisch gegenüberstehen. Das Vertrauen in die Institutionen sinkt. Schon im antiken Griechenland war den Philosophen von Aristoteles bis Platon klar, dass ein demokratischer Staat nur überleben kann, wenn er viel daran setzt, seine politischen Werte an die nächste Generation weiterzugeben. In der Schweiz gibt es bislang kein Schulfach in politischer Bildung. Die Staatskunde erlaubt den Schülern nur einen Überblick über das politische System. Ausserdem ist es individuell abhängig von der Lehrperson, wieviel vermittelt wird. Wer eine höhere Wahlbeteiligung und eine diversere Abbildung unserer Gesellschaft an der Urne haben will, sollte deshalb in die Bildung investieren. Demokratie setzt voraus, dass man den künftigen Generationen die Regeln beibringt, die Funktionsweise erklärt, über aktuelle Themen diskutiert und debattieren lernt. Bildung ist zudem die wichtigste und nachhaltigste Investition in die Zukunft. Internationale Partnerschaften von Universitäten, Fachhochschulen, Forschung und Kultur sollten gestärkt werden und jegliche Sparmassnahmen, die die Qualität im Bildungsbereich gefährden, abgelehnt werden.