Die Klimakrise spüren wir heute schon in der Schweiz und in Zukunft wird sie noch verstärkt werden. Hitzesommer wie 2018 werden häufiger auftreten und wir müssen damit klarkommen, dass unsere Gletscher, welche seit 1850 rund 60% ihres Volumens verloren haben, weiterhin schmelzen. Die gletscherlosen Alpen werden nicht in ferner Zukunft Realität, sondern in einem Menschenleben. Kinder, die heute auf die Welt kommen, werden sie sehen und die Folgen bewältigen müssen.

Der Klimaschutz und damit die Sicherung unserer Lebensgrundlage hat für mich erste Priorität!

Dafür gibt es kein alleiniges Wundermittel. Mit individuellen Entscheidungen und Einschränkungen ist der Klimawandel allein nicht zu stoppen. Es braucht eine Kombination von Massnahmen und Lösungen, die uns weiterbringen. Insbesondere, wenn man sich vor Augen hält, dass 71% der klimaschädlichen CO2-Emissionen seit 1988 auf das Konto von gerade mal 100 Firmen gehen. Neben persönlichem Engagement sind politische Leitplanken unabdingbar.

Was es zu tun gibt

Finanzen

Die Schweiz ist von der Klimakrise besonders stark betroffen. Durch den Finanzplatz und die hier ansässigen multinationalen Konzerne ist sie aber auch stark für ihn verantwortlich. Es kommt nicht von ungefähr, dass das Pariser Übereinkommen, auch die Finanzbranche in die Pflicht nimmt! Die Schweiz wird durch den Finanzplatz zum globalen Player. Geld ist das Schmiermittel unserer Wirtschaft, unserer Gesellschaft. Worin es investiert wird bestimmt zentral über unsere Zukunft. Mit dem Ausstieg aus Öl, Gas und Kohle lindern wir nicht nur die Klimakrise, sondern auch die Abhängigkeit von Energieimporten. Arbeitsplätze und Wertschöpfung bleiben hier. Wir müssen uns an international koordinierten Massnahmen beteiligen und selbst mit Pioniergeist vorangehen. Bislang fehlen gesetzliche Vorgaben, die auf eine Umsetzung abzielen. Hier müssen wir ansetzen.

Klimaschutz, der gar nichts kostet wird schwierig. Ich setze mich für Massnahmen ein, die verursachergerecht finanziert werden, beispielsweise für eine Einführung einer Klimaabgabe auf Benzin, Diesel und Kerosin (Klima-10-Räppler). An oberster Priorität steht, dass diese Erhöhung sozialverträglich gestaltet wird.

Energie, Mobilität & Raumplanung

Zudem brauchen wir 100% erneuerbare Energie, erschwinglicher starker öffentlicher Verkehr, einen guten Schutz unseres Boden (in der Schweiz verschwindet fast ein Quadratmeter Grünfläche pro Sekunde) mit der Förderung einer kompakten, bezahlbaren generationenfreundlichen Siedlungsentwicklung, bestehende Naturschutzgebiete sollten vernetzt & ausgeweitet werden zum Erhalt der Biodiversität, der Basis unserer Lebensgrundlage.

Landwirtschaft & Ernährung

Auch die Nahrungsmittelproduktion, die gegenwärtig rund ein Viertel der Treibhausgasemissionen, die für die Klimakrise verantwortlich sind, verursacht, ist wichtig hier zu nennen. Wie wir uns ernähren hat Auswirkungen auf unsere Gesundheit, auf das Klima, die Böden, die Tiere, die Menschen – kurz: auf unsere gesamte Umgebung. Weltweit, aber auch in der Schweiz sehen wir, dass so viel produziert wird, wie noch nie, jedes Jahr ein bisschen mehr, obwohl laufend weniger Land bewirtschaftet wird. Die erreichte Produktionsintensität geht längst zulasten der Natur & damit der Produktionsgrundlagen der Landwirtschaft selber: Bodenfruchtbarkeit & Biodiversität. Die Produktionszunahme beeinträchtigt so zunehmend die Versorgungssicherheit.

Eine rein pflanzliche Ernährung ist der beste Weg, den eigenen negativen Fussabdruck auf der Erde zu reduzieren. Die Hauptprodukte des Ackerbaus sollten direkt vom Menschen gegessen statt an Tiere verfüttert werden, denn 75% der Kalorien im Getreide gehen verloren, wenn man sie als Fleisch oder Milch konsumiert.

Zudem landen in der Schweiz jährlich 1/3 unserer Lebensmittel im Abfall. Jeder Haushalt gibt jährlich rund 2000.- Franken für Lebensmittel aus, die nie konsumiert werden. Lebensmittelverschwendung belastet die Umwelt, verteuert die Lebensmittel und ist vor dem Hintergrund des weltweiten Hungers nicht vertretbar. Wir müssen hier eine verbindliche Strategie gegen Lebensmittelverschwendung erfassen. 

 

Die Klimakrise ist die zentrale Herausforderung des 21. Jahrhunderts & wir können nur sie gemeinsam lösen oder aber daran scheitern. Eins ist klar, weiter wie bisher ist keine Option. Was wir brauchen ist eine klare Kursänderung in der Politik!